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PlayStation Portal Distant Participant im Check: Mit der PS5 auf Reisen

PlayStation Portal Distant Participant im Check: Mit der PS5 auf Reisen


Eine PlayStation auf Reisen: Sony probierte das in der Vergangenheit mit Handhelds in Form des PlayStation Portable (PSP) und PlayStation Vita – mit mäßigem Erfolg. Längst wurde der Support der tragbaren Konsolen eingestellt. Nun geht Sony mit dem PlayStation Portal Remote Player für rund 220 Euro wieder auf Reisen. Es handelt sich allerdings nicht um ein klassisches Handheld, sondern um einen Distant-Participant, der auf die eigene PlayStation 5 zugreift und Inhalte auf das Portal überträgt. COMPUTER BILD hat sich den “neuen PSP” im Check genauer angeschaut.

PS5-Controller trifft Tablet

Der PlayStation Portal erinnert optisch frappierend an einen DualSense-Controller der PlayStation 5, der in der Mitte durchgesägt wurde. Anstelle des Touchpads befindet sich mittig ein 8 Zoll großes LC-Touchdisplay (20 Zentimeter Bilddiagonale). Dieses strahlt auf höchster Helligkeit regelrecht und gibt Farben kräftig wieder. Spiele zeigt es in Full HD mit bei 1920×1080 Pixeln, das Display erneuert das Bild bis zu 60 Mal pro Sekunde (Bildwiederholfrequenz von 60 Hertz). Leider spiegelt der Bildschirm ziemlich, was gerade bei düsteren Titeln wie dem Horror-Hit “Alan Wake 2” das Vorankommen erschwert. Mit 529 Gramm Gewicht ist der Portal spürbar leichter als etwa der Handheld-Konkurrent Steam Deck (670 Gramm), mit intestine 30 Zentimetern dafür ähnlich breit.

Der PlayStation-Knopf befindet sich nun auf der linken Seite. Das Touchpad wird virtuell per Doppeltipper auf dem Display angesteuert.

Foto: COMPUTER BILD

Bei der Anordnung der Tasten bleibt alles beim Alten: Knöpfe, Steuerkreuz und Joysticks sind an den gewohnten Plätzen, der PlayStation-Button nebst Stummschalt-Taste für das eingebaute Mikrofon rücken ebenfalls neben den Bildschirm und sind gut zu erreichen. Der Portal liegt wie der PS5-Controller klasse in der Hand. Das Touchpad ist zwar verschwunden, wird aber durch einen Doppeltipper auf die Seiten des Bildschirms virtuell aktiviert. Alle bekannten Funktionen, etwa das Aufrufen einer Weltkarte oder der Start des Chats sind somit weiterhin verfügbar. Ein wirkliches Highlight sind natürlich das haptische Feedback sowie die adaptiven Trigger, die über Vibrationen und Widerstände in den Schultertasten für noch mehr echte Rückmeldungen aus dem Spiel sorgen und dem hervorragenden DualSense-Controller in nichts nachstehen. Schade: Auf sinnvolles Zubehör wie eine Tragetasche für den sicheren Transport hat Sony leider verzichtet.

LAUTsprecher und PlayStation Link

Für gutes Gaming braucht es natürlich auch guten Spiele-Sound. Und diesen gibt es über verschiedene Wege: Kopfhörer beziehungsweise Headsets lassen sich per Klinkenkabel an der Rückseite anstöpseln. Die Kommunikation klappt darüber so problemlos wie über den PlayStation-Controller. Bluetooth-Kopfhörer lassen sich ärgerlicherweise nicht mit dem Portal verbinden, kabellos klappt es nur über Sonys neuen Audio-Standard PlayStation Link. Das Angebot an dazu passenden Kopfhörern ist noch gering und auf Sonys Produkte beschränkt, darunter der Playstation Pulse Explore (ab 6. Dezember 2023 für 220 Euro erhältlich). Drittanbieter ziehen möglicherweise alsbald mit eigenen Produkten nach.

An der Oberseite findet man unter anderem Knöpfe für die Lautstärkeregelung. Auch die zwei Lautsprecher liegen am oberen Rand.

Foto: COMPUTER BILD

Außerdem kann man jegliche Audio-Inhalte über die Lautsprecher wiedergeben. Und diese machen ihrem Namen durchaus Ehre. Selbst auf der kleinsten Stufe lärmt der Remote-Player ordentlich, am Anschlag kann man ein komplettes Großraumbüro beschallen.

Wichtig: Der PlayStation Portal Remote Player ist ohne eigene PlayStation-5-Konsole quasi nutzlos, denn eigene Inhalte werden hier nicht abgespielt. Es gibt keinen internen Speicherplatz für vorinstallierte Titel, keinen Steckplatz für Spiele. Wer zocken will, muss dafür die PlayStation 5 anschalten, eine Verbindung mit dem Internet herstellen und sich mit den Anmeldedaten des PlayStation Network (PSN) einloggen. Alles wird dann über WLAN oder eine mobile Datenverbindung per HotSpot-Funktion des Handys übertragen. Sony zufolge sind mindestens 5 Megabit in der Sekunde (Mbps) für eine flüssige Wiedergabe nötig, besser aber 15 Mbps. Die Verbindung zwischen Portal und Konsole klappt so nicht nur im heimischen Netzwerk, sondern auch von unterwegs. Im Test funktionierte das allerdings nur nach einigen Anläufen und mit etwas Wartezeit. Weniger toll: Damit man die heimische Konsole auch auf Reisen per PlayStation Portale nutzen kann, muss man sie dauerhaft im Stand-by-Modus betreiben und die Aktivierung über das Internet in den Einstellungen explizit erlauben. Außerdem ist die Konsole natürlich auch dann bei der Nutzung durchgehend im Betrieb. Ein Kaltstart einer ausgeschalteten PS5 ist nicht möglich.

PlayStation Portal Test

An der Unterseite befinden sich gut versteckt ein Klinkenanschluss für Kopfhörer und Headsets sowie USB-C zur Ladung des Portal.

Foto: COMPUTER BILD

Die Akkulaufzeit lag im Test bei knapp 4,5 Stunden. Auf höchster Helligkeit und dauerhafter Nutzung ist der virtuelle Ausflug jedoch schneller wieder vorbei. Geladen wird der Portal über einen USB-C-Anschluss auf der Rückseite.

Kann man damit gut spielen?

Die knappe Antwort auf die Frage, ob man mit der PlayStation Portal gut spielen kann: ja. Wenn die Internetverbindung es zulässt, dann sehen alle Titel richtig gut aus und steuern sich exakt so wie auf der PlayStation. Wenn die Verbindung schwächelt oder etwa durch anderen Quellen und Downloads gestört wird, kann das schicke Bild aber schnell einmal zu Pixelbrei verkommen.

PlayStation Portal Test

Spiegelein, Spieglein in der Hand: Das schicke Display des Portal spiegelt deutlich. Gerade dunklere Titel sind dann je nach Einsatzort schwer zu erkennen.

Foto: COMPUTER BILD

Ein Problem bei der Übertragung ist obendrein die spürbare Verzögerung zwischen Eingaben und der Umsetzung auf dem Display – ein sogenannter Input Lag. Dabei werden Kommandos vom Controller, also etwa die Bewegung via Joystick oder ein Angriff über eine Taste, mit minimaler Verzögerung umgesetzt. Bei Spielen wie etwa dem Rollenspiel-Epos “Baldur‘s Gate 3” fällt das nicht weiter ins Gewicht, da es hier nicht um Reaktionsgeschwindigkeit geht. Anders sieht es aber bei schnellen Titeln wie dem Autoball-Hit “Rocket League” oder dem Ego-Shooter “Call of Duty: Modern Warfare 3” aus. Hier entscheidet jede Sekunde über Sieg oder Niederlage. Vom Spielgefühl ist es dann eher frei nach Harald Juhnke: “Keine Termine und leicht einen sitzen.” Jegliche Bewegungen fühlen sich ungewohnt behäbig und unpräzise an, Sprünge oder Schüssen gehen schon einmal daneben. Bei rasanten Rennspielen wie “The Crew Motorfest” hilft nur das oft gelehrte vorausschauende Fahren, ansonsten kracht man alle paar Sekunden in die Wand oder segelt von den Straßen Hawaiis. Mit etwas Übung verinnerlicht man diese Verzögerung nach einiger Zeit.

Zur Auswahl an Spielen steht die komplette Bibliothek an PS4- und PS5-Titeln, sofern sich diese auf der Konsole befinden. Spiele-Streaming über die Cloud geht nicht, was gerade Nutzerinnen und Nutzer des teuren Abonnements PS Plus Premium stören dürfte. Multimedia-Apps wie YouTube oder Twitch lassen sich zudem nicht starten.

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Sony

PlayStation Portal

  • +Farbenfrohes Show
  • +Gute Verarbeitung
  • Keine Offline-Nutzung
  • Konsole muss immer an sein

PlayStation Portal Remote Player im Test: Fazit

Der PlayStation Portal Remote Player wirkt hochwertig, liegt hervorragend in den Händen und die Bilder auf dem Touchdisplay sehen klasse aus. Doch für wen ist der Remote-Player nun gedacht? Die Frage bleibt auch nach dem Test ohne klare Antwort. Das Gerät eignet sich am ehesten in den eigenen vier Wänden als Zweitbildschirm, etwa wenn man aus Krankheitsgründen das Bett hüten muss oder bei Familien mit dauerhaft belegten Fernsehgeräten. Wer auf Reisen nicht auf die PlayStation verzichten kann, muss hingegen immer auf stabiles Internet hoffen. Außerdem muss die heimische Konsole dauerhaft erreichbar sein und für die eigentliche Nutzung laufen, damit man überhaupt ein Spiel zocken kann. Die Idee des Portal ist gut, allerdings hat Sony eine Menge Potenzial verschenkt und auf sinnvolle Funktionen wie Bluetooth & Co. verzichtet. Eindruck der Redaktion: intestine.



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Written by bourbiza mohamed

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